Veröffentlicht am 25.04.2026

Tag der offenen Tür beim Psychosoziale Zentrum Hattersheim

Wenn das Leben aus dem Gleichgewicht gerät
Das Psychosoziale Zentrum öffnete seine Türen

Seit über 30 Jahren begleitet das Psychosoziale Zentrum in Hattersheim Menschen mit psychischen Erkrankungen, seelischen Krisen und Unterstützungsbedarf. Dabei geht es nicht nur um Beratung oder Begleitung in schwierigen Lebensphasen, sondern auch um Begegnung, Stabilität, Gemeinschaft und neue Perspektiven.

Das Psychosoziale Zentrum gehört zur DRK Soziale Dienste Rhein-Main-Taunus gGmbH und ist damit Teil des Deutschen Roten Kreuzes im Main-Taunus-Kreis. Geschäftsführerin Sandra Maier und Einrichtungsleitung Tessa Germann verfolgen gemeinsam das Ziel, die psychosoziale Arbeit weiterzuentwickeln, bestehende Angebote zu stabilisieren und neue Wege für Teilhabe, Begegnung und gesellschaftliche Offenheit zu schaffen. Tessa Germann ist mit großer Überzeugung angetreten, das Psychosoziale Zentrum gemeinsam mit dem Team zu stabilisieren, weiter auszubauen und neue Wege zu gehen.

Getragen wird diese Arbeit von einem multiprofessionellen Team, das Menschen fachlich fundiert, engagiert und mit einem hohen Maß an Menschlichkeit begleitet. Unterschiedliche Berufsgruppen bringen dabei ihre Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen ein, um individuelle Unterstützung und passende Angebote für die Menschen vor Ort zu schaffen.

Das Psychosoziale Zentrum umfasst heute verschiedene Bereiche. Stefan Götz leitet die Besondere Wohnform und begleitet Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung auf intensivere Unterstützung im Alltag angewiesen sind. Christian Kröll ist Teamleitung der Tagesstätte, die Menschen Struktur, Beschäftigung, Gemeinschaft und tagesgestaltende Angebote bietet. Sandra Ness verantwortet den Bereich Assistenz in der eigenen Häuslichkeit, in der Menschen in ihrem eigenen Wohnumfeld begleitet und in ihrer Selbstständigkeit gestärkt werden.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle, kurz PSKB. Sie richtet sich an Menschen in seelischen Krisen, an Angehörige und an Personen, die Orientierung, Beratung oder erste Unterstützung suchen. Christian Wichmann und Stefanie Lutz sind hier wichtige Ansprechpartner*innen. Ziel der PSKB ist es, frühzeitig Unterstützung anzubieten, bevor Krisen sich verfestigen.

Zur PSKB gehört auch das Café Pregel im Südring. Dort wird zweimal im Monat ein kostengünstiges Essen angeboten. Dieses Angebot schafft Begegnung, entlastet Menschen mit wenig Geld und ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu psychosozialer Unterstützung oder dazu, weiterführende Unterstützungsangebote zu installieren.

Psychische Erkrankungen betreffen nicht nur einzelne Menschen. Sie betreffen Familien, Freundeskreise, Kolleginnen und Kollegen – und damit die gesamte Gesellschaft. Depressionen, Traumata, Burnout, Angststörungen oder andere psychische Erkrankungen können jeden Menschen treffen – unabhängig von Alter, Beruf oder Lebenssituation.

Oft entstehen zusätzlich Unsicherheit, Scham oder das Gefühl, mit diesen Themen allein zu sein.

Umso wichtiger ist es, Orte zu schaffen, an denen Begegnung, Unterstützung und Teilhabe selbstverständlich sind. Genau dazu möchte das Psychosoziale Zentrum beitragen.

Nachdem das 30-jährige Bestehen im vergangenen Jahr zunächst gemeinsam mit Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeitenden gefeiert wurde, hat das Psychosoziale Zentrum seine Arbeit nun stärker nach außen sichtbar gemacht.

So lud das Psychosoziale Zentrum am Freitag, den 24. April 2026, ab 10 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 10 bis 13:30 Uhr erhielten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die verschiedenen Bereiche der Einrichtung. Vorgestellt wurden unter anderem die Besondere Wohnform, die Tagesstätte, die Assistenz in der eigenen Häuslichkeit sowie die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle.

Seit Februar 2026 ergänzt Katja Trümper das Angebot im PSZ mit einem neuen kreativen Projekt. Im Rahmen des Tages der offenen Tür wurden Werke von Klientinnen und Klienten präsentiert, die im kreativen Prozess gemeinsam mit ihr entstanden sind. Die Arbeiten zeigten individuelle Ausdrucksformen, Stimmungen und Entwicklungsschritte und gaben einen besonderen Einblick in die Bedeutung kreativer Angebote innerhalb der psychosozialen Arbeit.

Ab 14 Uhr begann in der Stadthalle Hattersheim die öffentliche Veranstaltung. Die Stadt Hattersheim stellte dem Psychosozialen Zentrum die Räume der Stadthalle zur Verfügung, damit möglichst viele Menschen Zugang zu Informationen, Begegnung und Austausch rund um psychische Erkrankungen erhielten.

Dort berichteten Jens Jüttner als Jurist, Autor und Erfahrungsexperte sowie Jonathan Gutmann als psychiatrischer Fachpfleger, Buchautor und Stressbewältigungstrainer über persönliche Erfahrungen, Krisenbewältigung und den Umgang mit psychischen Erkrankungen. Themen wie Veränderung, Stabilisierung und Humor als Ressource in schwierigen Zeiten standen dabei im Mittelpunkt.

Mit der Veranstaltung wollte das Psychosoziale Zentrum dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen, Vorurteile zu hinterfragen und deutlich zu machen, dass psychische Erkrankungen kein Randthema sind, sondern mitten in unserer Gesellschaft stattfinden.

Mit unserem Tag der offenen Tür wollten wir zeigen, wie vielfältig psychosoziale Arbeit ist – und wie wichtig es ist, psychische Erkrankungen sichtbarer zu machen und Berührungsängste abzubauen“,sagte Einrichtungsleitung Tessa Germann.

Psychische Erkrankungen beginnen oft dort, wo Menschen versuchen, stark zu sein, obwohl sie längst erschöpft sind. Umso wichtiger ist es, Orte zu schaffen, an denen niemand funktionieren muss, sondern Menschen Halt, Verständnis und neue Perspektiven finden können“, betonte Tessa Germann.

Geschäftsführerin Sandra Maier erklärte: „Das Psychosoziale Zentrum leistet seit über 30 Jahren wichtige Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Krisen. Unser Ziel ist es, diese Arbeit zu stabilisieren, weiterzuentwickeln und gemeinsam neue Wege für Teilhabe und Begegnung zu schaffen.

Ob Fachpublikum, Angehörige, Betroffene, Kooperationspartner*innen oder interessierte Bürgerinnen und Bürger – willkommen war jede Person, die verstehen wollte, wie wichtig psychosoziale Arbeit für unsere Gesellschaft ist und wie viel Kraft, Mut und neue Perspektiven entstehen können, wenn Menschen nicht alleine bleiben.

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